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Der Welt geht das Öl aus

Erstmals hat der Ölpreis die Marke von 132 Dollar geknackt. Experten erwarten weitere Preissprünge wegen rückläufiger Fördermengen. Es drohen weltweite Versorgungsengpässe.

Der Ölpreis hat auf seiner Rekordjagd in New York erstmals die Marke von 132 Dollar geknackt. In der Ostküsten-Metropole kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude zwischenzeitlich 132,07 Dollar und damit so viel wie nie zuvor. Auch in London markierte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent mit 131,23 Dollar ein historisches Hoch. Angefeuert wurde der Ölpreis von einem unerwarteten Rückgang der Ölreserven in den USA.

Wegen rückläufiger Ölfördermengen drohen einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten weltweit Versorgungsengpässe. Die Ölförderung habe bereits 2006 ihren Höhepunkt überschritten, heißt es in einer in Berlin von der Energy Watch Group vorgestellten Studie. Künftig werde die Ölförderung um einige Prozentpunkte pro Jahr zurückgehen, „bis 2020 und erst recht bis 2030 ist ein dramatischer Rückgang der weltweiten Ölförderung zu erwarten“. Dadurch entstehe eine Versorgungslücke, die sich in diesem Zeitrahmen kaum durch andere Energiequellen schließen lasse.

Die rückläufigen Fördermengen seien auch der Grund für die Preisexplosion beim Öl, erläuterte Werner Zittel, Mit-Autor der Studie. Die Hoffnung, dass der Preis durch Spekulationen angefeuert werde und dass diese Spekulationsblase eines Tages platze, sei vergebens. Zittel geht sogar davon aus, dass die weltweite Ölförderung bis 2030 bis auf die Hälfte sinken könnte. Wegen des wachsenden Verbrauchs in den erdölexportierenden Ländern selbst nehme die am Weltmarkt verfügbare Ölmenge noch schneller ab als die Förderung.

Der Studie zufolge werden die verbleibenden Weltölreserven nach Angaben der Industriedatenbank auf 1255 Giga-Barrel, also auf 1255 Milliarden Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) geschätzt. Die Energy Watch Group setzt die Schätzung deutlich niedriger an: Sie geht von 854 Giga-Barrel aus. Die Gruppe wurde nach eigenen Angaben auf Initiative internationaler Parlamentarier gegründet, unabhängige Wissenschaftler analysieren für sie die Verfügbarkeit fossiler und erneuerbarer Energien.

Bei einem Rückgang der Förderung werde der Ölpreis jährlich zwischen 30 und 50 Prozent steigen, erklärte Aribert Peters, der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher. Davon gehe er aufgrund von Studien aus. „Das wird die sozial Schwachen besonders hart treffen“, warnte Peters.

In New York kostete ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude zwischenzeitlich 130,47 Dollar und war damit so teuer wie nie zuvor. In London stieg der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent auf 129,92 Dollar. Der Ölpreis hat seit Jahresbeginn seine Rekordjagd ungebrochen fortgesetzt: Am 2. Januar kostetee ein Barrel erstmals 100 Dollar, Mitte März dann 110 und Anfang Mai 120 Dollar.


Mai 18, 2008 - Verfasst von wortfrau | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

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